desaströse Kfw-Studie über Wirtschaftlichkeit von Wärmedämmung

Das Forschungsinstitut Prognos hat für die staatliche Förderbank Kfw eine viel beachtete Studie über die Wirtschaftlichkeit von Wärmedämmung veröffentlicht und kommt dabei zu einem desaströsen Urteil:

Eine nachträgliche Wärmedämmung kostet deutlich mehr als es über die Jahre an Einsparungen für Mieter und Hausbesitzer bringt. 

Der Chefresearcher der Immobiliengesellschaft IVG Thomas Beyerle sagt zu diesem Ergebnis: „Die Studie zeigt, dass die Energieeinsparauflagen bar jeglicher ökonomischer Vernunft sind.“

Hauptkritikpunkte der Kfw-Studie sind vor allem folgende Punkte:

  • Bis zum Jahr 2050 könnten damit zwar 370 Mrd. € Energiekosten gespart werden. Auf der anderen Seite sind jedoch Investitionen in Höhe von 838 Mrd. € notwendig, d.h. sie müssen mehr als doppelt soviel investieren als sie einsparen!
  • Hierbei wurde jedoch nicht berücksichtigt, ob die erfolgte Dämmung aufgrund einer begrenzten Haltbarkeit bis 2050 wieder ausgewechselt werden muß. Sollte dies der Fall sein, würden die Kosten laut der Prognos-Studie um weitere hundert Mrd. € ansteigen!
  • Die Investitionen sichern jährlich rund 200.000 bis 300.000 Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft bis 2050.
  • Ein weiterer Profiteur sind die öffentlichen Haushalte aufgrund der Mehr-wertsteuer sowie die entrichteten Sozialabgaben.
  • Die höheren Anforderungen an die Energieeinsparung und Dämmauflagen führen jedoch auf der anderen Seite zu einer deutlichen Steigerung der Neubaukosten.
  • Kritisch werden auch die Konsequenzen für die Mieter gesehen. Die Kosten führen zu Mietsteigerungen – es gibt allerdings keine adäquate Senkung der Heizkosten. Dies führt u.a. auch dazu, dass es vor allem in Groß-städten Probleme gibt bezahlbare Wohnungen zu finden.
  • Ebenso kritisch wird auch die Wärmedämmung betrachtet, da dieses bisher kaum recycelt werden kann. Hier wird ein deutlich höherer Abfall bei den Mülldeponien erwartet. Dies führt zu einer weiteren Steigerung der volkswirtschaftlichen Gesamtkosten.
  • Ferner wird die Lebensdauer der Wärmedämmungs-Maßnahmen oftmals unterschätzt. Es gibt nicht wenige Häuser aus den 90er Jahren, wo die Wärmedämmung bei sanierten bzw. neu errichteten Häusern schon nach 20 Jahren Schäden (z.B. Durchfeuchtung der Dämmstoffe, Bildung von Kältebrücken) zeigte.

In dieser Form betritt diese Studie Neuland, da bisher noch von keiner Regierung in dieser Form berechnet wurde, ob sich die Investitionskosten für die Wärmedämmung auch wirklich rechnen.

Die Studie ist äußerst brisant und führt insgesamt zu einem für die Politik katastrophalen Ergebnis, da die Politik sich das Ziel gesetzt hat den Heizenergieverbrauch bis 2050 um 80 % zu senken.